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Seit mehreren Jahren bildet das Gallup-Institut in seiner jährlich erhobenen Studie den sogenannten "Gallup Engagement Index" und findet dabei ein annähernd stabiles Ergebnis: Fast 90% aller Beschäftigten fühlen sich nicht oder kaum an ihr Unternehmen gebunden. Ein Großteil der Befragten gibt an, "Dienst nach Vorschrift" zu machen bzw. machen zu müssen.

Wie erklärt sich das? Wie lässt sich dieses offensichtlich brachliegende Potential nutzen? Und welchen Beitrag kann eine systemische Personal- und Organisationsentwicklung dazu leisten?

Sei es in der Erarbeitung eines kompletten Personalentwicklungskonzeptes für Ihr Unternehmen, oder der Begleitung und Moderation eines Organisationsentwicklungsprojektes - immer orientiere ich mich in meinen Beratungsleistungen an der systemischen Idee des "Zusammendenkens".

Systemische Personalentwicklung & Organisationsentwicklung (PE/OE)...

macht in mindestens zweierlei Hinsicht das Angebot, zusammen zu denken:

  1. Problembeobachtungen entstehen in einem Kontext. Systemische PE/OE integriert den Kontext und denkt ihn zusammen mit dem beobachteten Problem. Das macht die Dinge manchmal komplizierter. Wenn wir aber auf Nicht-Triviales mit Trivialem antworten, ist das wiederum ein Kontext, der das Auftauchen von "Dienst nach Vorschrift" wahrscheinlicher macht.
  2. Systemische PE/OE heißt, zusammen (im Sinne von "miteinander") zu denken und Lösungen gemeinsam zu besprechen und zu bearbeiten. Dazu gehört, dass diejenigen, die sich als Teil des Problems begreifen oder begriffen werden, auch am Lösungsprozess beteiligt sind. Was wiederum den "Dienst nach Vorschrift" erschwert.

Wie nun aber planen wir PE/OE Maßnahmen, wie gestalten wir HR-Prozesse?

Einiges spricht dafür, dass das Bild von der "trivialen Maschine Mensch" uns immer noch mehr leitet, als die Idee der "nicht-trivialen Maschine":
Beispiele: Auf sinkende Verkaufszahlen antworten wir mit einem Development Center für den Sales Bereich. Steigende Kosten führen zu mehr Controlling, auf Qualitätsprobleme antworten wir mit einer Stabstelle Qualitätsmanagement und Streithähne werden ins Konfliktseminar geschickt. Nicht, dass all dies nicht seine Berechtigung hätte.

Wenn wir aber auf Nicht-Triviales mit Trivialem antworten ist das ein Kontext, in dem die so betrachteten Menschen eher mit trivialem "Dienst nach Vorschrift" reagieren werden, als ihr volles Engagement und ihre Kreativität zu entfalten.

Diese Leitgedanken führen in meinen  PE/OE Beratungsprojekten zu anderen Ideen darüber, wie "Entwicklung" in Organisationen stattfinden kann.

Wenn Sie sich für die Unterscheidung triviale versus nicht-triviale Maschine interessieren und dann finden Sie hier mehr:


 

 

Ein Exkurs: Triviales versus Nicht-Triviales

Wenn Menschen über Unternehmen sprechen, dann benutzen Sie häufig die "Maschinen-Metapher". Dann sind Unternehmen "Dampfer", Manager sind "Kapitäne" und  wie ein Unternehmen "tickt" sagt etwas über seine "Mechanik" und sein Getriebe aus (in dem hin und wieder Sand vermutet wird).
Diese Metapher findet sich auch in der Sprache der PE/OE wieder: Dort werden "Programme" geschrieben, durch die dann Teilnehmer "geschleust" werden. Es werden Change-"Designs" entwickelt, "Work-flows" beschrieben, man ist auf der Suche nach der richtigen "Stellschraube" für Veränderung, es werden Karrierewege und "Laufbahnen" geplant.

Heinz von Förster verdanken wir die Unterscheidung zwischen den sogenannten "trivialen Maschinen" und "nicht-trivialen Maschinen". Während triviale Maschinen (z.B. ein Taschenrechner) verlässlich und voraussagbar bei gleichem Input immer wieder den gleichen Output liefern, ist das bei nicht-trivialen Maschinen nicht der Fall. Nicht-triviale Maschinen funktionieren wie eine Maschine-in-der-Maschine und ihre inneren Operationen lassen eine Vorhersage des Outputs nicht zu. Heinz von Förster verweist nun darauf, dass Menschen wie nicht-triviale Maschinen "funktionieren" könnten und damit schwer vorhersagbar ist, mit welchem Output Menschen auf einen Input reagieren. Von Förster geht noch einen Schritt weiter: In seinen Augen könnte es sein, dass wir zwar uns selbst sehr wohl als "nicht-trivial" bezeichnen würden, aber uns durchaus wenig scheuen, den "Anderen" das Label "triviale Maschine" umzuhängen.